Innovation und Digitalisierung im Krankenhaus

POLAVIS im Gespräch mit Frank Stratmann auf dem Hauptstadtkongress 2019 in Berlin. Frank Stratmann ist Director Hospital & Health bei der Edenspiekermann AG und sprach über Barrieren und Potenziale in der Transformation des Gesundheitswesens.

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Bei zunehmendem wirtschaftlichem Druck auf Krankenhäuser und Notwendigkeit schwarze Zahlen zu schreiben, wie viel Gestaltungsspielraum gibt es noch für innovative Projekte?

Ich glaube nach dem alten Denkschema ist da wenig Luft. Wir haben insgesamt eine völlig falsche Vorstellung wie die Innovation im Krankenhaus passieren kann. Reflexartig wird viel an Geld gedacht, aber wenn ich die Krankenhäuser oder die Welt der Krankenhäuser zum Beispiel mit einer Welt der Start-Ups Vergleiche, dann sehe ich doch einen ganz anderen Veränderungswillen. Nicht nur weil Start-Ups neu sind und Krankenhäuser vielleicht alt, sondern letztendlich, weil das Mindset innerhalb der Strukturen, in denen man sich bewegt, völlig andere sind. Bei Krankenhäusern muss man darauf achten, dass es dort um Versorgungsleistung geht und nicht um irgendeine flippige Idee, die umgesetzt werden will. Ich glaube auch da bewegt sich etwas aufeinander zu. Ich glaube, dass es Innovationen nur dadurch geben wird, dass wir das Denken verändern. Alte klassische Projektmanagementansätze reichen nicht mehr aus. Produkte werden heute ganz anders entwickelt. Wir denken an agiles Projektmanagement oder Methoden wie Scrum. Krankenhäuser könnten sich diese Methoden auch zu eigen machen, kämen dann schneller vom Fleck und kämen in Richtung von Innovationen, die nicht immer nur über Medizintechnik die und nicht immer nur über neue Chef-Ärzte geht, sondern die auch auf der Prozessebene dadurch stattfindet dass sich ein neues kulturelles Verständnis ergibt.

Deutschland liegt ja bekanntermaßen in der Digitalisierung bisschen hinterher in welchen Bereichen sie haben wir schon gesprochen bisschen mutiger sein und die Digitalisierung voranzutreiben?

Ich glaube nicht, dass da allein der Appell reicht. Einfach immer nach noch mehr Mut zu rufen oder wie ich eingangs schon sagte, nach mehr Geld und dann kommt schon der Mut von allein. Auch hier Pflege ich die Sicht, dass wir durchaus auch empathisch mit den beteiligten Akteuren sein müssen. Wenn ich mal meine Lieblingsgruppe herauspicke und nehme die Ärzte, dann mute ich Ihnen zu, dass sie genau wissen was gerade passiert. Natürlich fehlt hier und dort eine Vorstellungskraft. „Vernetztes Dasein“ – Wie ist das überhaupt? Wie stehen andere Menschen heute in der Welt? Wie gestalten sie ihre Lebenswirklichkeiten, die ja dann auch zum Beispiel im Falle von Krankheit eine ganz andere ist. Und an der Stelle muss ich mir einfach bewahren, dass wir anders aufeinander zugehen müssen, als nur mit Appellen und Schreierei oder viel Tuerei die nur dazu führt, dass weitere Desorientierung passiert. Wir müssen sorgfältig darüber sprechen und dann wird was draus.

Mit welchem Digitalisierungsprojekten beschäftigen sie sich momentan was das Gesundheitswesen geht?

Es würde wahrscheinlich zu weit gehen jetzt direkt auf Projektebene dazu Stellung zu beziehen. Edenspiekermann AG ist wichtig, dass die Begegnung mit dem Krankenhaus eine im besten Fall völlig neue wird. Wir sind in der digitalen Gesellschaft angekommen, das passiert nicht nur auf einer rein technologischen Ebene, sondern hier müssen sich im Krankenhaus Marken neu erfinden. Es müssen auch andere Inhalte, die sich zum Beispiel an Gesundheitskompetenz orientieren, vorgebracht werden. Natürlich kommt der technologische Teil zum Tragen, denn ein digitaler Bürger, ein digitaler Patient, den es sicherlich so auch als Vereinheitlichung per se gibt, hat aber doch andere Ansprüche, die er in einem Krankenhaus als Patient anmeldet. Auch als Angehöriger, oder als unmittelbares Umfeld und vielleicht auch nur als Bewohner des Stadtteiles in dem ein Krankenhaus wirkt, hat er vielleicht einen viel höheren Anspruch als an andere Dinge die ihm im Leben beschäftigen

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