Meinen Schritt zu POLAVIS habe ich aus einem großen städtischen Klinikum heraus gewagt. Ein Anstellungsverhältnis im öffentlichen Dienst gegen eine Perspektive bei einem in meinen Augen aufstrebenden, jedoch noch kleinen Unternehmen getauscht. Mein Umfeld war über diese Entscheidung erstaunt – für mich hat es sich aber richtig angefühlt; und dieses Gefühl hält bis heute an.
Wir waren anfangs nur eine Handvoll Leute, diese typische Start-up-Stimmung hat man jedoch vergebens gesucht. Macha-Latte in der Hand? Laptop auf den Knien? Meetings an der Tischtennisplatte? Fehlanzeige. Genau wie die ganze Tischtennisplatte. Dafür hatten wir aber schon eine spannende Mischung aus Produktmanagement, Projektmanagement und Beratung für Kliniken und Krankenhäuser. Echte Verantwortung und gesellschaftlichen Mehrwert der Arbeit gab es obendrauf.
Ich konnte direkt Verantwortung übernehmen und mich selbst deutlich weiterentwickeln: aus der Perspektive eines Dienstleisters heraus Projektmanagement noch einmal neu lernen. Einarbeiten ins Produktmanagement, insbesondere in die Softwareentwicklung. Mit Softwareentwicklern strukturiert zusammenarbeiten. Und trotz aller klinischer Erfahrung ist noch sehr viel Wissen über das Gesundheitswesen hinzugekommen. Beispielsweise wie es läuft und wo es hakt, aber auch wie man passende Produkte konzipiert.
Wir brauchen mehr Produktmanager
Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) kam viel Bewegung in den Markt und plötzlich hieß es: „Clemens, wir brauchen mehr Produktmanager.“ Wir mussten sehr schnell skalieren, dabei den Überblick behalten und uns produktiv neu finden. Durch das enorme Wachstum aller Teams haben wir als Organisation einen intensiven Lernprozess durchlaufen. Zusammenarbeit im Team und über Teams hinweg, der Umgang mit der wachsenden Anzahl an Prioritäten – dennoch sind wir zusammengeblieben. Eine so hochmotivierte Gemeinschaft hatte ich vorher noch nie erlebt. Es war herausfordernd, aber der Erfolg hat Spaß gemacht. Mir persönlich so sehr, dass ich zuerst eine Führungsrolle im immer größer werdenden Produktmanagement und inzwischen die Verantwortung für das Thema Unternehmensorganisation übernommen habe und das Wachstum weiterhin orchestriere.

Clemens Grebe, Aufbau des POLAVIS Messestands auf der DMEA 2026
Rückblickend lassen sich immer Punkte ausmachen, an denen mehr Weitsicht schön gewesen wäre, aber wir sind die Dinge richtig angegangen, und es hat definitiv gut funktioniert. Heute trägt unsere Marktposition zu unserem Selbstverständnis bei: Unsere Kunden sind zufrieden, arbeiten gerne mit uns und wir gerne mit ihnen. Wir führen zuverlässig durch Projekte, sind offen und direkt, können aus der Erfahrung heraus Zeit- und Ressourcenbedarfe zuverlässig einschätzen, und diese Ehrlichkeit schätzen wiederum unsere Kunden – selbst dann, wenn wir einen Kundenwunsch wieder in die Realität zurückholen und den Erwartungshorizont umzeichnen müssen.
Wir entwickeln uns weiter, positiv natürlich
Für unsere Mitarbeitenden ist die gelebte zeitliche und räumliche Flexibilität ein riesiger Vorteil – die Motivation liegt aber gleichermaßen auf Unternehmensseite, denn wir haben uns mit der Flexibilität auch einen ganz anderen Zugang zu Kandidaten ermöglicht als mit einem Fokus nur auf den engen Pendlerraum Berlin.
Jeden Tag arbeiten bei uns viele Menschen mit vielen Kunden, sind sehr motiviert, und alle wollen an jedem dieser Tage etwas erreichen. Die persönliche Einflussnahme ist mit dem Wachstum vielleicht geringer geworden, aber niemand ist bei uns nur ein Rädchen. Der notwendige Spielraum ist ganz bewusst vorhanden, man kann Verantwortung übernehmen und die eigenen Themen voranbringen. Das macht in meinen Augen den Unterschied aus. Für unsere Kunden und mit unseren Kunden haben wir schon viel erreicht; und über die Bedeutung funktionierender Schnittstellen zu sprechen, spare ich mir. In immer mehr Kliniken wird unser Produkt ausgerollt und immer mehr Krankenhäuser arbeiten täglich damit.
Wir sind ein gutes, ein starkes Team, und darauf bin ich sehr, sehr stolz. Und ehrlicherweise auch auf meinen persönlichen kleinen Anteil daran, dass wir heute stehen, wo wir stehen. Wir haben rechtzeitig die notwendigen Ressourcen dafür geschaffen, eine Veränderung unserer eigenen Arbeitsweise zu forcieren: Standards ersetzen flexible Kleinigkeiten; wo immer Bedarf ist, entstehen passende Strukturen, und die Zusammenarbeit entwickelt sich stetig weiter, positiv natürlich. Dadurch ist es uns gelungen, nachhaltig über den Zustand hinauszuwachsen, der nur durch kurze Wege und ein kollektives Gedächtnis geprägt ist. Alles ist fest im System verankert.
Clemens Grebe, POLAVIS
